Indoor air, human cognition and health

Indoor air, human cognition and health

Was macht Innenraumluft mit Ihrem Gehirn?

Wir wissen es alle: Frische Luft tut gut. Aber wie stark beeinflusst Innenraumluft tatsächlich Ihre Fähigkeit zu lernen, zu denken und sich wohlzufühlen? Und noch wichtiger: Können gesunde Gebäude wirklich einen Unterschied machen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Doktorarbeit von Stefan Flagner (Maastricht University, 2025).

 Sein Fazit: Ja, Innenraumluft hat einen Einfluss – aber nicht immer so, wie man es erwarten würde.

 

Schlechte Luft = schlechteres Lernen

In einer umfangreichen Feldstudie untersuchte Flagner die Luftqualität in niederländischen Grundschulen. Das Ergebnis ist eindeutig: Kinder, die über längere Zeit in schlecht belüfteten Klassenzimmern unterrichtet werden, schneiden bei standardisierten Tests signifikant schlechter ab. Und das liegt nicht daran, dass sie häufiger krank sind. Die Luftqualität beeinflusst direkt das Lernvermögen – unabhängig vom Krankenstand.

Gute Belüftung ist damit keine Komfortfrage, sondern eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Bildung.

 

Und bei Studierenden?

Auch bei Universitätsstudierenden wurde der Einfluss untersucht. In einem groß angelegten Experiment erhielten einige Studierende Unterricht in einem modernen, gut belüfteten Gebäude, andere in einem älteren Gebäude mit schlechterer Luftqualität.

Das Ergebnis: Studierende im gesünderen Gebäude fühlten sich wohler, waren zufriedener mit der Lernumgebung und hatten das Gefühl, leistungsfähiger zu sein. Doch die tatsächlichen Noten unterschieden sich nicht. Es scheint, dass Luftqualität vor allem dann einen messbaren Effekt hat, wenn Menschen ihr über längere Zeit täglich ausgesetzt sind – wie es bei Grundschulkindern der Fall ist.

 

Ist CO₂ wirklich ein Problem?

Viele Studien verwenden CO₂ als Indikator für Luftqualität. Doch ist CO₂ selbst auch gesundheitsschädlich? Flagner ging dieser Frage in einem streng kontrollierten Laborexperiment nach. Zwanzig Personen verbrachten acht Stunden in einem Raum mit entweder 900 ppm oder 3.000 ppm CO₂. Das Ergebnis: Kein Unterschied bei Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Entscheidungsverhalten oder körperlicher Stressreaktion.

Fazit: CO₂ scheint für sich genommen keine direkte Gefahr zu sein – bleibt aber ein nützlicher Indikator für schlechte Belüftung.

 

Gesunde Gebäude: nette Idee oder kluge Investition?

Gesunde Gebäude rücken zunehmend in den Fokus – auch bei Schulen, Behörden und Gesundheitseinrichtungen. Aber lohnt sich das auch wirtschaftlich? Flagner analysierte Studien, die Kosten und Nutzen gegenüberstellen. Das Ergebnis: Es gibt bislang nur wenige belastbare Nachweise dafür, dass gesunde Gebäude wirtschaftlich besser abschneiden. Dennoch bieten sie klare Chancen – insbesondere durch geringere Krankheitsausfälle und höhere Nutzerzufriedenheit.

 

Was bedeutet das für Ihr Projekt?

Diese Forschung macht deutlich: Investitionen in gesunde Innenraumluft zahlen sich aus – insbesondere in Umgebungen, in denen Menschen lange Zeit verbringen, wie Schulen oder Pflegeeinrichtungen. Die Effekte sind sowohl spürbar als auch messbar.

 

Auch wenn CO₂ selbst nicht schädlich zu sein scheint, bleibt es ein wertvoller Indikator für die Luftqualität. Ein intelligentes Management der Raumluft – durch Monitoring und Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer – ist essenziell. Nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für kognitive Leistungsfähigkeit.

 

Sie möchten die Luftqualität in Ihrem Gebäude gezielt verbessern?

HBM unterstützt Sie von der ersten Messung bis zur Umsetzung.

Beteiligen Sie sich an einem Projekt oder werden Sie Teil unseres Netzwerks: healthybuildingmovement.nl.

Dieser Beitrag basiert auf der Dissertation von Stefan Flagner:
„Indoor air, human cognition and health“ (Maastricht University, 2025).